Achtung, Spoiler-Alarm: In diesem Beitrag geht es darum, wie Sie gezielt geplante Störer in Onlinepräsentationen einsetzen können. Warum das sinnvoll ist? Weil jede unerwartete Unterbrechung die Aufmerksamkeit Ihrer Teilnehmer sofort erhöht. Lassen Sie Ihre Präsentation daher visuell oder akustisch bewusst aus der Reihe tanzen. Genau das sorgt für mehr Aufmerksamkeit. Gerade im Zeitalter von Tweets und TikToks ist das wichtiger denn je, denn die durchschnittliche Konzentrationsspanne ist heute eher kurz. Laut einer Studie von Microsoft Canada soll sie sogar kürzer sein als die eines Goldfischs. Weniger als neun Sekunden können wir uns demnach voll auf eine Sache konzentrieren.
Das ist zwar eine Legende ohne wissenschaftliches Fundament (https://www.bbc.com/news/health-38896790), was aber stimmt: Wir erleben ein mediales Überangebot und unsere Aufmerksamkeit ist begrenzt. Besonders Onlinepräsentationen laufen häufig so nebenbei. Merkt ja auch keiner.
Unser Gehirn liebt Abwechslung
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Onlinepräsentation.
Folie 1. Folie 2. Folie 3.
Immer gleich aufgebaut, immer gleich gesprochen.
Nach wenigen Minuten schweifen Ihre Gedanken ab. Vielleicht checken Sie nebenbei Ihre Mails. Oder scrollen durch Ihren Feed – auf der Suche nach etwas, das Sie wirklich fesselt.
Genau so arbeitet unser Gehirn.
Es liebt Abwechslung. Es reagiert auf neue Reize wie auf kleine Belohnungen. Jeder Impuls, der anders ist, setzt Energie frei. Bekanntes dagegen? Blendet es schneller aus, als uns lieb ist.
Und dann kommt noch etwas dazu:
Sich wirklich zu konzentrieren, ist anstrengend. Zuhören, um zu verstehen, kostet Kraft. Vor allem dann, wenn der Mehrwert nicht sofort klar wird – oder alles gleichförmig präsentiert ist.
Jetzt stellen Sie sich vor:
Mitten in der Präsentation passiert etwas Unerwartetes.
Die Folie verschwindet.
Der Vortragende ist voll im Bild.
Seine Stimme verändert sich.
Ein Geräusch ertönt.
Plötzlich sind Sie wieder da.
Aufmerksam. Wach. Neugierig.
Warum? Weil Ihr Gehirn aufhorcht. Weil etwas das Gewohnte unterbricht.
Genau solche Momente können Sie gezielt erzeugen.
Man nennt sie „Störer“. Störer brechen Muster. Sie fallen aus dem Rahmen. Und genau deshalb ziehen sie Aufmerksamkeit an wie ein Magnet.
Nicht zufällig – sondern geplant.
Fünf Wege, Aufmerksamkeit zurückzuholen
1. Der visuelle Bruch
Eine Folie, die anders aussieht als alle anderen. Große Bilder. Neue Farben. Bewegung.
Ein kurzer Moment reicht – und alle schauen wieder hin.
2. Die Stimme, die überrascht
Leiser werden. Schneller sprechen. Dann wieder pausieren.
Oder ein kurzer Soundeffekt (z.B. Applaus aus der Soudmaschine) – und der Raum ist plötzlich wach.
3. Der direkte Blick
Kamera an. Nicht als Dauerzustand, sondern als bewusster Moment.
Sie sprechen nicht mehr „in die Runde“, sondern direkt zu jeder einzelnen Person.
4. Der Medienwechsel
Raus aus den Folien, rein ins Analoge.
Ein Flipchart, ein Stift, eine Skizze.
Es wirkt spontan – und genau das macht es so wirkungsvoll.
5. Der echte Moment
Ein Produkt in der Hand. Eine kleine Demo.
Nicht erklärt, sondern gezeigt.
Plötzlich wird aus Theorie etwas Greifbares.
Es geht nicht darum, lauter oder bunter zu werden.
Es geht darum, das Gewohnte gezielt zu unterbrechen.
Denn Aufmerksamkeit entsteht nicht durch perfekte Abläufe –
sondern durch Überraschung.